Exhibitions


 

   

 crossing boundaries -

     bajo el mismo sol

 

 

 

      Ernest Hiltenbrand

      26. Oktober - 9. Dezember 2018

      Kulturort Uferzone

 Vernissage am Freitag 26.10.2018 18:30 - 22 Uhr mit Einführung durch die Kunsthistorikerin Lucia A. Cavegn Finissage am Sonntag 9.12.2018 15 - 17 Uhr

 

Kulturort Uferzone

Theiligerstrasse 59

8484 Theilingen

Telefon 052 536 02 77

eMail info@ufer-zone.ch

www.ufer-zone.ch

 

 

Ernest Hiltenbrand: Crossing Boundaries – bajo el mismo sol

Ernest Hiltenbrand verbindet Gegensätze. In der Kunst und im Leben. Vielleicht hat dies mit seiner Herkunft zu tun. Er wurde am 28. Oktober 1945, wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in Strassburg geboren. Die Stadt gehört zum Elsass, einem deutsch-französischen Grenzgebiet, das zwischen 1850 und 1950 viermal seine politische Zugehörigkeit wechselte.

Ernest Hiltenbrand wurde als Franzose geboren. Sein Vater war von Beruf Photograveur. Er selbst erlernte den Beruf des Kunstglasers und als solcher wirkte er bei verschiedenen Restaurierungen wie beispielsweise am Strassburger Münster Als vielseitig begabter junger Mann studierte er gleichzeitig am Strassburger Musikkonservatorium. Mit 20 Jahren zog er nach Quito, der ecuadorianischen Hauptstadt, um im Nationalorchester als Hornist zu spielen. Nach einem Jahr zwang ihn der obligatorische Militärdienst zur Rückkehr nach Frankreich. Nach einem einjährigen Engagement im Orchester der Strassburger Oper folgte die Berufung ans Musikkollegium Winterthur, dem er vier Jahrzehnte angehörte. Seine Frühpensionierung im Jahr 2007 erlaubte ihm, sich wieder mehr seinen eigenen musikalischen und bildnerischen Kompositionen zuzuwenden. Charakteristisch für seine Malerei sind lichterfüllte Farbklänge, die an farbige Glasfenster gemahnen, jedoch freihändig somit formal viel freier auf Leinwand oder Aquarellpapier gebannt werden. Die teils in lasierenden Schichten, teils pastos aufgetragene Ölfarbe kombiniert der Künstler oft mit Collagen, was seinen Bildern nicht nur eine thematische, sondern auch technische Vielschichtigkeit verleiht. Weiter vereint er in seiner Malerei gegenständliche und abstrakte Elemente.

Ernest Hiltenbrand lebt als weltoffener Mensch mit seiner Ehefrau in einem Einfamilienhaus in Wiesendangen (ZH). Wer die Treppe zum Untergeschoss hinabsteigt, staunt über die Geräumigkeit von Hiltenbrands Atelier, wo seine Kunst und seine Musik entstehen – Werke, die Räume eröffnen, sei es durch pathetische Melodien oder durch in die Tiefe führende Strassenschluchten, und ein Gefühl der Erhabenheit wie auch der Ehrfurcht vor dem Leben zum Ausdruck bringen. Der frühe berufliche Umgang mit sakralen Glasfenstern und kirchlicher Architektur erweist sich als lebenslange Prägung, die unterschwellig das freie künstlerische Schaffen beeinflusst. In Hiltenbrands Werk geht es um die grossen Dimensionen, quasi um den Blick von oben, um eine Art Gesamtschau.

Ernest Hiltenbrand fühlt sich an verschiedenen Orten der Welt heimisch. Konrad Adenauer sagte einmal: «Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont». Mit anderen Worten: Es scheint überall die Sonne, doch Menschen richten Grenzen ein. Diejenigen, welche über den Zaun hinauszuschauen wagen, erweitern ihren Horizont und gehen in der Regel auch grosszügiger durchs Leben. Ernest Hiltenbrand weilte 2016 und 2018 mehrere Monate in Nord- und Südamerika, um einerseits seine Tochter in Kalifornien zu besuchen, andererseits seine Indiofreunde in Ecuador. Seine je achtwöchigen Aufenthalte inspirierten den Künstler zu einer Reihe von Gemälden, Collagen und Aquarellen, die nun in der Galerie Uferzone in Theilingen ausgestellt werden. In Ecuador betreibt Ernest Hiltenbrand ein eigenes Entwicklungsprojekt für und mit der indigenen Bevölkerung, die noch immer unter Diskriminierung leidet.

Seit 1989 zog es ihn immer wieder nach Ecuador, um im Orchester für ein paar Monate auszuhelfen. Im Jahr 2016 machte er Bekanntschaft mit einer indigenen Kichwa-Familie, die das Hotel «Hostal Curiñan» in Otavalo führt. Diese erzählte ihm von ihrem Projekt, einen Begegnungsort zu schaffen, um Ärmeren und Jugendlichen aus der Nachbarschaft zu helfen, sowie von ihrer zweiten Initiative, die indigene Gruppe der Awá im nördlichen Ecuador an der Grenze zu Kolumbien zu unterstützen.

Ernest Hiltenbrand zeigt in seiner aktuellen Einzelausstellung atmosphärische Impressionen aus zwei verschiedenen Welten mit jeweils landestypischen Motiven. In den kalifornischen Gemälden ist der American Lifestyle in Form von anonymen Stadtansichten mit verglasten Häuserfronten wiedergespiegelt, die einen eklatanten Gegensatz zur barocken Konquistadoren-Architektur in den ecuadorianischen Gemälden darstellen. Der pompöse Kolonialstil ist ein beredtes Zeugnis für die jahrhundertlange Unterdrückung der indigenen Bevölkerung durch die spanischen Eroberer. Bis heute ist die Zweiteilung der lateinamerikanischen Gesellschaft in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens spürbar, wie der Künstler aus eigener Erfahrung zu berichten weiss.

Abgesehen vom gesellschaftskritischen Bezug, ist es interessant zu beobachten, wie Ernest Hiltenbrand als Maler die beiden Welten wahrnimmt und wiedergibt. Als Gast im fremden Raum nähert er sich behutsam seinen Bildmotiven, wählt mit Vorliebe öffentliche Räume, die er unbehelligt fotografieren kann. Spontane, sozusagen aus der Hüfte geschossene Aufnahmen bilden dann auch den Ausgangspunkt und die Vorlage für seine bildnerischen Arbeiten. Oft zeigt er weiträumige Plätze und Verkehrsachsen, welche das Stadtbild von Quito bzw. San Francisco prägen. Im Verhältnis zur imposanten Architektur wirkt der Mensch selbst in der Gruppe klein.

©2018 Lucia Angela Cavegn, Winterthur, im Oktober 2018

Ernest Hiltenbrand: Ausstellungen


 


 

2018 Theilingen Galerie Uferzone

2017 Winterthur Expolino, Technopark

Theilingen Galerie Uferzone (Kollektiv)

Wil Kulthurnetz (Kollektiv)

2016 Winterthur Ref. Kirchgemeindehaus Oberwinterthur

San Rafael, USA Gallery Art-Works Downtown

2015 Uster Salon C (Kollektiv)

Aarau Galerie Porter&Pin (Kollektiv)

Zürich Art Fair International (Kollektiv)

2014 Zürich Art Fair International (Kollektiv)

Uster Salon C, Villa am Aabach (Kollektiv)

Winterthur Galerie 20x20 (Kollektiv)

Lausanne Place Suisse des Arts ( Kollektiv)

Winterthur Horak Pianos

St. Jean de Luz, F Galerie Art Events

2013 Basel muba (Kollektiv)

Baden-Baden, De Galerie Kleiner Prinz (Kollektiv)

Wetzikon Galerie Kemptnertobel

2012 Basel muba (Kollektiv)

Bischofszell Galerie Stäcker

Basel Galerie Heubar

2011 Fischingen Kloster Fischingen

2010 Bülach Sigristenkeller

2009 Winterthur Zentrum am Obertor

2007 Bischofszell Galerie Stäcker

2006 Frauenfeld Galerie Baliere

2005 Winterthur Ref. Kirchgemeindehaus Oberwinterthur

2004 Bischofszell Galerie Stäcker

2001 Winterthur Mobiliart

2000 Bischofszell Galerie Stäcker

1999 Aarau Kunst in der Kirche

1996 Winterthur Brühlgut Forum

1994 Winterthur Alte Kaserne (Kollektiv)

1991 Uttwil, Galerie Ambiente

1989 Uttwil, Galerie Ambiente

1988 Lörrach, De Internationales Christliches Künstlertreffen

1982 Winterthur Zentrum am Obertor

1980 Frauenfeld E-Galerie

1979 Kollbrunn Kunststube zur Au (Kollektiv)

1978 Müllheim Galerie z. Alten Pfarrhaus (Kollektiv)

1975 Winterthur Galerie ABC

1973 Quito, Ecuador Museo de Arte (Kollektiv)

1972 Quito, Ecuador Alliance Française

1971 Winterthur Galerie 70

 

1965 Quito, Ecuador Alliance Française